08.02.2024. „Verbundenheit ist die Basis der Zukunft“ – so lautet mein Motto und damit auch die Überschrift auf meiner Homepage, die ich für meine Arbeit als Selbstbehauptungs- und Resilienztrainerin sowie angehende Kinder-, Jugend- und Familiencoachin erstellt habe.
Doch was genau meine ich mit „Verbundenheit ist die Basis der Zukunft“?
Vor kurzem bin ich zufällig im Internet auf eine Reportage über Einsamkeit in unserer Gesellschaft gestoßen (Terra Xplore: Radikal einsam!, ZDF Mediathek). In dem knapp 30 minütigen Dokumentarfilm geht es darum, wie von Einsamkeit eine Gefährdung der Demokratie ausgehen kann. So erzählt Philip, der als Kind insbesondere aufgrund mehrerer Wohnsitzwechsel zunehmend den Anschluss bei gleichaltrigen Kindern verloren hatte, wie er sich aufgrund seiner Einsamkeit gegen Ende der Pubertät radikalisierte. Aus einem ursprünglich glücklichen Kind wurde ein bekannter Neonazi und Präsident eines kriminellen Rocker-Klubs.
Wie Philip geht es vielen in unserer Gesellschaft. Einsamkeit führt zu Frust und Frust führt häufig zu Aggression. Schließen sich nun Menschen aus ihrem Frust, aus ihrer Aggression heraus in demokratie-feindlichen Vereinigungen zusammen, stellt dies eine ernsthafte Bedrohung unserer Gemeinschaft dar.
Doch welche Möglichkeiten haben wir, diese Bedrohung zu durchbrechen?
Hier stellt Philips-Geschichte ein ganz ermutigendes Beispiel dar. Sehr beeindruckend schildert er aus der Zeit seiner Inhaftierung: Anstatt sich mit seiner Akte zu beschäftigen hätten Mitarbeiter der JVA sich ihm als Mensch gewidmet.
Auf diese Weise hat Philip Beachtung bekommen für das was er ist – und nicht für seine Straftaten. Diese persönlichkeitsstärkende Erfahrung hat letztendlich dazu geführt, dass Philip es geschafft hat, der rechtsextremen Szene den Rücken zu kehren und wieder ein glückliches Leben zu führen.
Diese Geschichte bestätigt meines Erachtens eindrücklich, wie wichtig es ist, anderen mit Achtsamkeit zu begegnen, um in Verbindung zu kommen. Letztendlich wünscht sich doch jeder ein glückliches Leben – im Hier und Jetzt und in der Zukunft. Doch wenn wir heute nicht damit anfangen, aktiv gegen Einsamkeit, Hass, Hetze und die immer größer werdende gesellschaftliche Spaltung vorzugehen, kann die Zukunft nicht besser werden.
Daher schließe ich mich der Vision von „Stark auch ohne Muckis“ an: Lasst uns Mobbing und Ausgrenzung innerhalb von 30 Jahren in Liebe und Achtsamkeit verwandeln.
Schon kleine Gesten können bei deinem Gegenüber großes Bewirken: Schau anderen Menschen in die Augen, schenk ihnen ein Lächeln und lass sie wissen, dass du höchstens ihr Handeln – aber niemals sie selbst als Mensch – ver-/beurteilst.
Corinna Barbé