02.05.2024. „Eltern werden ist nicht schwer – Eltern sein dagegen sehr“, heißt es gerne mal im Volksmund. Und ja, auch ich durfte feststellen: So richtig vorbereitet war ich – wenn ich ehrlich bin – nicht auf meine Rolle als Mutter.
Die ersten zwei Jahre hat unsere Tochter es meinem Mann und mir relativ leicht gemacht. Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einer guten Freundin, der ich voller Übermut erzählte, wie viel Spaß wir drei zur Zeit zusammen hätten und wie unkompliziert gerade alles sei.
Wenige Wochen später verstand ich allmählich ihre Reaktion: „Was? Da bist du aber die erste, die mir so was erzählt. Von allen anderen höre ich immer nur, wie anstrengend es mit Kindern ist.“ Unsere Tochter erreichte ihre erste Autonomiephase und die hatte es – aus meiner Sicht – ganz schön in sich.
Die ganze Familienharmonie stand Kopf. Im Nachhinein kann ich sagen: zum Glück. Denn der Moment war gekommen, ab welchem ich mich immer intensiver mit dem Thema „Resilienz und Familie“ beschäftigt habe.
Etwa drei Jahre später stand ich als Mutter von inzwischen drei Kindern vor der Frage, wie ich den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt gestalten möchte und vor allem wo und was ich überhaupt arbeiten will.
Völlig planlos und offen für alles ließ ich mich auf ein Coaching-Buch zur Berufsfindung ein, welches schon zu Beginn versprach, dass es oft gar nicht nötig wäre, es bis zu Ende zu lesen. Häufig würde nämlich bereits beim Durcharbeiten plötzlich Klarheit über die eigene Berufung herrschen. Wirklich vorstellen konnte ich mir das bei mir allerdings nicht.
Schon recht bald stellte ich jedoch fest, dass es für mich in den pädagogischen Bereich gehen sollte. Jetzt musste ich nur noch eine passende Ausbildung finden. Leichter gesagt als getan. War ich bei der einen Ausbildung zeitlich nicht flexibel genug, waren mir bei der nächsten Ausbildung die Inhalte zu trocken. Irgendwann beschloss ich kurzerhand: Ich lege meine Suche erst einmal auf Eis. Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, wird sich was passendes auftun.
Dass es allerdings so rasch gehen würde, damit hatte ich nicht gerechnet. Kurze Zeit später fiel in der Stadtbücherei mein Blick auf ein Buch zum Thema Mobbing-Prävention. Mein Verstand wollte das Buch nicht mitnehmen: „Deine Kinder sind dafür doch noch zu jung.“ Doch ich kam einfach nicht dran vorbei. Kurz vor dem Rückgabetermin schlug ich das Buch zum erstem Mal auf und erfuhr von der Möglichkeit, sich bei „Stark auch ohne Muckis“ ausbilden zu lassen. Kinder- und Jugend-Coachin werden – die Idee schlug bei mir ein wie ein Blitz.
Genau heute vor einem Jahr unterschrieb ich meinen ersten Ausbildungsvertrag bei „Stark auch ohne Muckis“ und habe es bis heute keine Sekunde bereut.
Corinna Barbé